600km

am 18. Dezember 2009 um 1:23 Uhr getippt von Strohsilo

Mein Bauch sagt mir gerade, dass er sich über etwas essbares freuen würde. Doch ich ignoriere ihn. Noch.

Um mich herum türmen sich Ersatzteile, zig tausend, von denen ich nur einen Bruchteil kenne. Ich bin allein mit diesem vielen Kram, kämpfe mit einer mühsamen Bestellung und habe vorhin ein Flugzeug organisiert, welches morgen zwei kleine Ersatzteile von Schweden bringen wird.

Flugzeug?

Angenommen die lieben Leute drüben im Betrieb fahren eine Maschine zu tode, so ist es gut möglich, dass der Produktionsausfall die Kosten für einen Platz im Flugzeug oder das Taxi von weit her locker überschreitet. Und genau darum gibt es diese Blitzaktionen, bei welchen so schnell als möglich Ersatz für - meist ein einziges - fehlbares Maschinenteil organisiert werden muss.

Ich stelle mir vor, wie der Taxifahrer das Packetchen übernimmt, ein paar Papiere dazu und sich auf den Weg macht. 600km liegen vor ihm, die er möglichst bald hinter sich bringen muss.

Ich frage mich immer wieder, was wohl der Taxifahrer denkt, wenn er diese Aufgabe übertragen bekommt. 600km Fahrt für ein kleines Päckchen auf dem Beifahrersitz, ein paar Papiere für den Zoll und sonst nichts. Gar nichts. Es muss nur möglichst schnell ankommen. Doch was ist da drin? Etwas geheimes? Am Ende noch Drogen oder etwas verbotenes?

Nur der Besteller zu sein hat da auch seine Vorteile. Die zig Kilometer möchte ich nicht mitten in der Nacht unter die Räder nehmen müssen. Aber noch viel heftiger ist der Punkt, dass viele dieser Aktionen für rein gar nichts sind.

Wie jetzt? Erst mal einen Schluck aus der Wasserflasche.

Taxi oder Flugzeug, egal, hauptsache die Produktion kann weiterlaufen. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass die lieben Mitmenschen eine Möglichkeit finden da etwas zu basteln, damit alles wieder in gang kommt. Was ja auch wunderbar ist, selbst ist der Mann, oder so ähnlich. Oder aber sie merken, nachdem die erste Panik entschwunden ist, dass etwas ganz anderes defekt ist. Im besten Fall heisst das: Zeit gespart, die Maschine läuft wieder und Männchen mit der andersfarbigen Uniform sind glücklich, da der Kunde nicht zu lange auf sein Produkt warten muss.

Das Päckchen, vielleicht irgendwann Nachts oder am nächsten Tag ankommend, liegt dann interessanterweise bei uns auf dem Tisch. Anfangs hab ich mich darüber nerven wollen. Heute begegne ich diesem Phänomen mit einem Lächeln und denke nicht mehr so oft an die ökologisch vollkommen schwachsinnige Sache mit dem Transport.

Es ist bald 19 Uhr, ich knoble noch immer an der Bestellung rum und morgen wird sich jemand anderes diesem Fall annehmen, wird die letzten Infos kriegen wann der Flieger wo landet und wann vielleicht die Teile bei uns eintreffen werden.

Als ich die Bürotüre abschliesse, hat plötzlich mein Wochenende begonnen und mein Magen macht sich wieder bemerkbar. Die Spannung ist weg, mein Köper kriegt wieder mehr Aufmerksamkeit. Ab nach Hause etwas leckeres kochen.

Wochenende am Donnerstag Abend, wie ich das vermisst habe.

Heimweg

am 12. Dezember 2009 um 15:23 Uhr getippt von Strohsilo

Nichts, ausser ein paar kleine Lichter die am Fenster vorbeiflitzen. Nur die Dunkelheit und das Geräusch des Wagens, der auf den Schienen gleitet. Nichts, nur Dunkelheit.

Ein Zeitungslesender sitzt schräg gegenüber. Ich beobachte ihn neugierig, er trägt Regenhosen über den Jeans und seine 80er Jahre Winterschuhe laden zum schmunzeln ein. Etwas weiter vorne ein roter Rollkoffer, welcher den Flughafen Genf heute schon gesehen hat.

Der Zug verlässt den Tunnel, die Sicht auf die graue Winterlandschaft wird frei. Ein Lächeln auf meinen Lippen kann ich mir nicht verkneifen.

Ich geniesse die Musik aus meinem überdimensionierten Kopfhörer, schwelge in Erinnerungen und schenke der grauen Welt ein unbezahlbares Lächeln.

Der Wein kommt selten allein

am 11. Dezember 2009 um 20:32 Uhr getippt von Strohsilo

Nein, mir gehts super, keine Frage. Doch, wo war ich? Was ist passiert heute Abend? Hä?

Da hab ich gerade eine Truppe lustiger Leute verlassen, die mich fast nicht gehen lassen wollten. Irgendwie bin ich noch da. Oder wie? Oder doch nicht? Herrjeh! Wo war ich nun genau? Ach ja, an einem Apéro. Wie nennt man das? Apéro? Saufgelage? Unser Lehrer hat sich genervt, ich erinnere mich. Weil da Wein war. Nun gut, Wein gibts öfter, etwas besonderes? Ach der Wein war auf dem Sofa! Oooh, nein lieber Wein! Da gehört er wohl nicht hin. Da meinte der Herr Lehrer “ich find das nicht so lässig”. Wir auch nicht. Drum halfen wir brav aufputzen und zogen von dannen. Warum ich überhaupt scheibe? Also, ich bin wohl im Zug, unterwegs zu meinem Lieblingsdate. Lach… Aber hatte ich nicht schon Wein? Das ist es! Irgendwie habe ich das Gefühl den verwirrendsten Post meines Lebens zu schreiben…

Draussen leuchtet gerade das Ikea Logo und neben mir telefoniert einer mit seiner welschen Freundin. Ich spüre den Wein, weiss nicht so genau warum ich überhaupt tippe und fühle mich irgendwie verraucht, obwohl ich gar nicht rauche? Schwierig. Mich wundert ehrlich gesagt, dass ich noch so klar tippen kann. Alles ein bisschen verwirrend.

Den Weg nach Bern nehme ich gerade unter die Räder der SBB, aber ich wollte doch vorher noch nach Hause und mich etwas frisch machen für das kommende Fondue? Der Apéro war wohl zu weinlastig, zu lustig, zu lang =)

Da fahre ich an meiner Heimat vorbei, meiner kleinen Wohnung die jetzt alleine auf mich wartet und noch etwas auf mich verzichten muss. Es ist immer spannend zu sehen, wenn man vorbeifährt und genau weiss, dass eigentlich noch ein weiter Weg in die andere Richtung vor einem liegt. Irgendwie… Ach…

Vielleicht sollte ich nicht schreiben wenn ich Alkohol im Blut habe, vielleicht sollte ich das einfach bleiben lassen. Aber es fliesst gerade so. Und ich geniesse das Gefühl schreiben zu wollen, wieder die Gedanken zu etwas zu verarbeiten, was nachher eigentlich ganz viele Menschen lesen können. Ja, warum mache ich das eigentlich? Vielleicht habe ich das Gefühl, dass heute ein toller Tag ist, dass ich endlich die Präsentation vorbei habe, welche mir schon die halbe Woche auf dem Magen lage.

Warum den blus? Die Präsi war halb so schlimm, meine Bilder so schön, dass ich Komplimente von anderen erntete und der ganze Vorstress innert einer Minute verflogen. Ja, ich hab was erzählt zu meinen Bildern, obwohl ich eigentlich immer das Gefühl hatte, dass es da gar nicht viel zu erzählen gibt… Nicht? Doch! Auch wenn die Serie überhaupt nicht dem entspricht, was ich mir eigenltich vorgestellt habe, auch wenn meine liebe Magazingruppe ganz andere Bilder ausgewählt hat, als ich an meiner Präsentation letzte Woche gezeigt habe. Das spielt alles nur eine Nebenrolle. All das wird unwichtig, wenn man wirklich mal vor 60 Leuten steht und erklären sollte, was man denn da warum grafiert hat.

Bestimmt habe ich Mühe, meine Bildwelt zu erklären und manchmal fehlt es mir einfach an Überzeugung, dass ich etwas wirklich Gutes geschaffen habe. Geschaffen? So kann man es wohl nennen. Den Prozess, den es braucht, wenn man sich mit einer Bildwelt auseinander setzt, einer Welt die schlussendlich in einem Magazin abgeruckt werden sollte. Meine bisherigen Höhepunkte lagen bei Katalogen für Merchandising Material und Produktekatalogen. Oder vielleicht mal eine Homepage, auf der alle Firmenportraits von mir sind. Das kann schon schön sein, wenn man dann das Endresultat sieht und auch ein bisschne stolz, wenn man weiss, dass ich die Bilder selber gemacht habe.

Ich schreibe und schreibe, ich frage mich gerade, ob ich das auch alles veröffentlichen will, ob das jemand lesen will und sich auch darüber freut? Der neben mir telefoniert immer noch mit seiner Verehrein und mich dünkt sein Redeschwall ist in etwwa gleich unstoppbar wie mein getippsel, das mich gerade in Form dieser Zeilen verlässt. Schön zu merken, dass ich doch noch gerne schreibe. Emails, vielleicht. Ich sollte wirklich wieder mal lange, anspruchsvolle, nachdenkliche und schöne Emails verschicken. Aber an wen?

Der Zug um mich gleitet durch die Nacht und es sieht gerade schwer nach Olten aus. schon Olten? Puh! Es tut gut zu schreiben, es befreit. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass es sich um ein riesiges Chaos handelt und ich eigentlich gar nicht mehr lesen will, was ich da alles getippt habe. Es macht irgendwie glücklich.

Ein Kaugummi muss her. Jetzt.

Draussen die hässlichen Lärmwände, oberhalb ein paar kleine Weihnachtsbeleuchtungen. Dann wieder die Dunkelheit und das Geräuch vom Zug, der gerade mächtig Gas gibt. Weihnachtsbeleuchteungen, hm. Da in Zürich, wo ich gerade war, da hängt doch noch immer die Röhreninstallation in der Bahnhofstrasse, welche so eine faszinierend kalte Weihnachtsstimmung verbreiten. Und nebenan, eine Strasse weiter, die neue Petflaschenweihnachtsbeleuchtung. Was für ein Wort. PET-Flaschen-Weihnachtsbeleuchtung. Aber wenn ich mir das Bild dazu vorstelle, so übel sieht das gar nicht aus. Eher schön, so wie ganz viel eingeordnete Schneesterne!

Da fällt mir ein, zu Hause habe ich meine Küchenbeleuchtung umgebaut. Ja, wirklich, ich kann auch ganz kreative Sachen bauen. Kennt ihr die Küchen-Kugelleuchten, die es früher in jeder Küche gab? Die weissen milchglasigen Kugeln, die auch etwas Licht in den Raum streuen sollten? Die hat mir eigentlich noch nie so richtig gefallen, drum habe ich auch recht schnell eine eigene Lampe über den kleinen roten Küchentisch gehängt. Und irgendwo waren da noch zwei Lichterketten. Ja, die Lichterketten, die so schön gedimmtes angenehmes Licht verbreiten. Aus genau so einer und der restlichen Lampenkonstruktion habe ich was neues gebaut. Und das gefällt mir schon viiiel besser als alles was bisher meine Küche beleuchtet. Nun kann ich auch endlich auf den Knopf drücken (ja den Knopf, den man sich gewohnt ist zu drücken wenn man die Küche betritt und das licht noch so dunkel ist, dass es noch gar nicht leuchtet). Ein Druck auf den Schalter und die Welt wird in hübsches oranges Licht getaucht. Wenns nicht reicht, hats noch mehr kleine versteckte Leuchtmittel, wenns immernoch nicht reicht hats noch Kerzen und wenns ganz hell sein muss lässt sich noch immer etwas richtig helles zuschalten.

Wo sind wir? Irgendwie siehts schon sehr nach Bern aus und da werde ich nun noch kurz die Migros besuchen und mir ein paar Steinpilze besorgen. Bern? Durchsage? Oooh, ich muss aussteigen! Mein Wortschwall wird nun etwas gebremst =) Aber ich werd wieder tippen, vielleicht nur etwas weniger chaotisch, oke?

Freut euch!

am 23. November 2009 um 23:24 Uhr getippt von Strohsilo

Ganz genau! Und zwar wird es sehr bald wieder was von mir zu lesen geben. Ich habe  sogar das Gefühl, dass es recht viel zu lesen sein könnte =)

Blogpause

am 19. Juni 2009 um 16:36 Uhr getippt von Strohsilo

Schon länger stehts hier still. Wird wohl auch noch ein Weilchen so bleiben. Habe einfach keine Zeit für richtige Postings. Begnügt euch derweil mit etwas gezwitscher.

Apropos Autos…

am 31. März 2009 um 15:53 Uhr getippt von Strohsilo

Es gibt nicht nur alte Autos… Gibts den auch in Hybrid?


top gear australia nissan GT-R

Das Ende vom Autofriedhof, oder doch nicht?

am 27. März 2009 um 11:39 Uhr getippt von Strohsilo

Der Trubel um den Autofriedhof in Kaufdorf reisst nicht ab. Dass es Franz Messerli irgendwann mal zu viel wird, erstaunt nicht. Er weilt gerade in Thailand - kurz vor Ablauf der ersten Abräum-Frist um seinen erhaltenswerten Friedhof.

Da gehen die Sticheleien von Seiten der Gemeinde auch schon wieder los: “offenbar hat er doch recht gut Geld verdient mit seinem Schrott und ist doch nicht so arm und verschuldet wie er immer jammert und ich hoffe, dass er dann auch einen Teil von diesem Elan und Geld benützen wird um diesen Platz zu räumen“, so Marc Fritschi gegenüber TeleBärn.

Fritschi scheint noch nie ein Liebhaber der alten Schönheiten gewesen zu sein. Eine etwas ältere Aussage auf die Frage ob ihm der Autofriedhof gefällt: “Entschuldigung, wir haben in Kaufdorf keinen Autofriedhof. Wir haben Altlasten. Schrott, der im Gelände liegt und den Boden mit Schwermetall, Blei und Quecksilber verschmutzt. Wir haben dort Tausende von Pneus, und wir haben Autos, die vor sich hinrosten. Das finde ich keinen guten Endzustand.

Für mich ist es einfach nur unverständlich wie man so etwas vergessen machen will, wie immer wieder versucht wird “aufzuräumen”. Vielleicht ist Kaufdorf auch daran interssiert dass endlich wieder Ruhe einkehrt im 950 Seelendorf. Franz Messerli wäre das sicher auch, aber er hätte wie viele andere Anhänger lieber den Erhalt und ein Museeum. Oder geht es schlussendlich nur noch drum, ein Gesetz durchzuprügeln, koste es was es wolle um Messerli und allen Anhängern eins auszuwischen?

Unverständnis, Beamtenschwachsinn, Engstirnigkeit.

Und auch wenn ich es zum xten mal schreibe: Es gibt weit aus schlimmere Baustellen als so ein Autofriedhof, der in dieser Art nirgendwo mehr zu sehen ist. Gerne würde ich diesen Ort immer wieder besuchen, mich in diese Welt versetzen, Auftanken und ein paar wundeschöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen.

Verweise:

twitter

am 25. März 2009 um 21:32 Uhr getippt von Strohsilo

es zwischtert. versuchsweise.

Milch und Schokolade

am 9. März 2009 um 9:20 Uhr getippt von Strohsilo

Ich liebe Schokolade… ob flüssig oder fest, hauptsache süss und fein. Und genau diesen Konsum sollte ich eingentlich einschränken, wenn nicht streichen von meiner Liste der (fast täglichen) “Lebensmittel”.

Genauso ist es mit der Milch. Warum trinkt man das weisse Zeug überhaupt? wird man denn nie erwachsen? Oder ist sie wirklich so gesund wie viele behaupten. Oder ist es nur, weil ich bei einem Milchverarbeitungsbetrieb arbeite?

Kaum… Ich hab das Gefühl ich vertrag sie gut, trinke auch nicht mehr so viel wie früher, aber noch immer viel zu viel. Jedoch kann sich ein Gewohnheitstier selten von einfachen, köstlichen Dingen trenne. Schokolade und Milch - wie kriege ich euch in den Griff?

Manchmal habe ich Zeiten, da esse ich wochenlang kaum ein Stückchen davon, lasse die Milch im Kühlschrank sauer und klumpig werden. Handkehrum ist ein Liter weg, eine ganze Tafel Schokolade…. Das muss aufhören und würde mein noch immer hängiges Belly-Off auch etwas mehr Aufwind bringen.

Also, neue Ziele müssen her. Ein Glas Milch als maximum täglich und entsprechend weniger Schokolade - wenns geht ganz verzichten und nur in Notfällen als Zuckerbömbchen.

Puh, wird hart… Aber versuchen kann ich es ja.

Windows…

am 2. März 2009 um 1:02 Uhr getippt von Strohsilo

…ist eine der dümmsten Erfindungen, seit es Computer gibt. Ich habe gerne Fenster, aber auch diejenigen, die sich öffnen und schliessen lassen. Dass gleich alles dunkel wird, wenn man es öffnen will, ist mir noch nicht untergekommen. Ob es sich schämt? Wir sind hier ja nich in der Matrix! Eher klemmt es vielleicht ein bisschen, aber man weiss dann genau, wie man damit umzugehen hat.

Ausser bei Windows. Dort können Fenster alle möglichen un unmöglichen Dinge vollführen. Eine neue Art von fensterln? Ist das ein Wink, um den Apfel noch etwas mehr anzubeissen?


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